In der Juni-Ausgabe des Magazin Trendupdate habe ich als Gastautor einen Expertenbeitrag zum „Megatrend“ Heimtiermarkt (über das wirtschaftliche Potential von „pet parents“ oder „Tiereltern“) veröffentlicht. Der ganze Artikel ist hier zu finden. Aber einige spannende Informationen habe ich auch für euch hier auf Vetrepreneur versprochen. Nachdem also die Heimtiermarkt-Serie mit der Frage „Pet parents? Das ökonomische Potential der Humanisierung von Haustieren“ an den Start ging, teile ich heute wichtige wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema „Hund“ mit euch. Wir fragen also:  Auf den Hund gekommen?  – Der Hund als besonders treuer Begleiter

 

Schon die Ägypter waren „pet parents“?! – Die Hund-Mensch-Beziehung

Die Hund-Mensch Beziehung wurde in dem Beitrag „Mein Kumpel Hund“ im Spiegel bereits vor Jahren ausführlich beschrieben. Sie begann nach neuestem Forschungsstand bereits vor 14.000 Jahren, als der Urzeitmensch Wölfe zähmte. Doch anders als Schweine, Rinder oder Schafe avancierten die zahmen Wölfe rasch. Im Dienst der Menschen war der Wolf vom natürlichen Selektionsdruck befreit und präsentiert sich heute unter dem Einfluss der Züchter in Hunderten von Arten. Die Urfreundschaft zwischen Hund und Halter ist dabei nichts Neues. Schon antiken Phasen zeigen die Abbilder von jungen Mädchen und ihren Schoßhunden. Pharo Antef II verewigte die Namen seiner Lieblingshunde auf einer Stele und Friedrich der Große wollte sogar neben Ihnen begraben werden. „Der Wolf“ akzeptiert den Menschen (meist) als Apharüden oder Muttertier. Dies macht es dem Rudeltier Hund einfach sich unterzuordnen und somit zum treuen, bedingungslosen Begleiter. Die affektiv-emotionale Beziehung zwischen Mensch und Hund  lässt dem Hund auch unter den Haustieren eine Sonderrolle zukommen und hat volkswirtschaftlich häufig unterschätzte Implikationen.

 

Wer? Was? Und wieviele? Hundehalter als Zielpublikum

Nach Habig und Flaig (2005) leben knapp 10 Millionen Menschen über 14 Jahren in einem Haushalt mit Hund. Das soziodemografische Profil der typischen deutschen Hundehalter zeigt darüber hinaus einige Auffälligkeiten, die Unternehmer aufhorchen lassen: Hundehalter sind jung, haben eine Wohnung und verfügen über ein hohes Einkommen:

  1. Hundehalter sind jünger als der Durchschnitt der Bevölkerung.
  2. Selbstständige, Freiberufler sowie Beamte und Facharbeiter (also gehobene Einkommen) sind bei den Hundehaltern überrepräsentiert.
  3. Zwei Drittel der Hundehalter haben Wohneigentum.

Prof. Dr. Renate Ohr und Dr. Götz Zeddies widmeten sich im Jahr 2006 einer ökonomischen Gesamtbetrachtung der Hundehaltung in Deutschland. Die Studie zeigt, dass Hunde einen jährlichen Umsatz von 5 Milliarden Euro bewirken und dabei 100.000 Arbeitplätze schaffen. Vergleichare Studien für Katzen oder sonstige Haustiere wurden bisher nicht erhoben.

 

Interessiert? Hier die ganze Serie:

Pet parents? Das ökonomische Potential der Humanisierung von Haustieren (Serienstart)

Wer verdient mit? Produkte und Dienstleistungen entlang des Lebenszyklus der Tiereltern (noch nicht online)

Woher kommt das Tier? – Züchter, Tierheime und Privathaushalte (noch nicht online)

Wie lebt man mit dem Tier? – Tierarzt, Versicherungen, Futter und vieles mehr (noch nicht online)

Und was kommt danach? – Tierbestattung (noch nicht online)

 

Quellen:

Spiegel – Mein Kumpel Hund

Habig und Flaig (2005)

Ohr und Zeddies (2006)

 

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