In der Histologie werden Zellen schon seit vielen Jahrzehnten konserviert. In einem Vakuum wird die Zellflüssigkeit durch einen Kunststoff ersetzt. Dadurch bleibt die Zellstruktur erhalten. Auf diese Weise können Zellen archiviert und noch viele Jahre später begutachtet werden. Diese Methode funktionierte auf Zellebene sehr gut, war aber für die Konservierung von großen Präparaten, wie Organen oder anderen Körperteilen noch nicht die optimale Lösung.

1977 beschäftigte sich daraufhin der damals 33-jährige Gunther von Hagens in Heidelberg mit der Imprägnierung von anatomischen Präparaten. Innerhalb eines guten Jahres erfand er durch seine Arbeit die Plastination, die es ihm ermöglichte auch ohne Strukturschäden Organe und Körperteile über einen langen Zeitraum zu konservieren.

Man unterscheidet heute zwischen Scheibenplastinaten und Vollplastinaten. Betrachtet man mehrere zusammengehörige Scheibenplastinate hintereinander, so bekommt man z.B. eine Vorstellung über die räumliche Lage von Organen in einem Körper. Vollplastinate ermöglichen es, Organe in physiologischer Größe und Struktur zu betrachten. 1993 gründete Gunther von Hagens schließlich in Heidelberg sein Institut für Plastination. Mit seiner Arbeit gewann er weltweit Aufmerksamkeit, sowohl von Bewunderern als auch von Kritikern.

Dies ist in aller Kürze die Vorgeschichte der heutigen Plastinate, die in der Medizin und der Vetizin gar nicht mehr wegzudenken sind. Speziell in der Vetizin sind die Scheibenplastinate von ganzen Tierkörpern ein sehr gefragtes Anschauungsmaterial und werden in der Lehre bevorzugt eingesetzt.

Der Vorteil von Plastinaten gegenüber anderen Konservierungsverfahren wie z.B. dem Einlegen von Organen und Körperteilen in Formaldehyd, ist, dass Plastinate in einer normalen Umgebung aufbewahrt werden können. Sie sind widerstandsfähig, geruchsneutral, äußerst  und über einen unbegrenzten Zeitraum haltbar.

In der Vetizin haben sich mittlerweile verschiedene Unternehmen auf dieses Gebiet spezialisiert und erstellen nach Auftrag ganz spezielle Plastinate. Beispiele für solche Arbeiten zeigt das Bildmaterial, welches uns von Plastinate.com zur Verfügung gestellt wurde.

Zu diesem Thema wird Vetrepreneur Dr. Christoph von Horst, Veterinär und Gründer des „Instituts für anatomische Darstellung“, hier auf vetrepreneur.de eine Artikelreihe veröffentlichen. Dieser Artikel war lediglich die Einleitung zu dieser Reihe. Wir dürfen gespannt sein.

Ihr med. vet. Blogger Frederick