Dieses Mal freue ich mich,  ihnen Bettina Peters im Rahmen unserer Interviewreihe näher vorstellen zu dürfen.
Bettina Peters (M.A.) ist ausgebildete Tierarzthelferin und Tierphysiotherapeutin. Zwölf Jahre arbeitete sie in verschiedenen Tierarztpraxen in Ostwestfalen-Lippe. Nach ihrem Studium der Sprach- und Literaturwissenschaften ist sie heute als Texterin und freischaffende Autorin tätig.
In ihrem Buch HundKatzeGraus erzählt sie lustig-sarkastische Episoden aus der Tierarztpraxis. Vetrepreneur.de stellt Ihnen Leseproben aus ihrem ersten Werk zur Verfügung.

Viel Vergnügen!

 

Sehr geehrte Frau Peters, als ausgebildete Tierarzthelferin und Tierphysiotherapeutin haben Sie den Blick über den Tellerrand gewagt und sind heute als Buchautorin tätig. Wie kam es dazu und üben Sie Ihren eigentlichen Beruf noch aus?

Das Schreiben war eigentlich immer schon meine zweite Leidenschaft – neben den Tieren. Irgendwann habe ich mich dann getraut und mit meinem Studium den Grundstock für meinen neuen Beruf als Texterin und PR-Beraterin gelegt. In der Praxis arbeite ich heute nicht mehr. Umso schöner war es, mit meinem Buch HundKatzeGraus meine beiden Traumjobs zu vereinen. Im Übrigen sind in zwölf Jahren Praxisalltag so viele unglaubliche und lustige Dinge passiert, dass dieses Buch einfach geschrieben werden musste!

Was genau fasziniert Sie am Schreiben?

Ich mag es, Sachen auf den Punkt zu bringen und den Leser direkt anzusprechen. Das gilt für alle Bereiche des Schreibens. Wenn ein Fachtext klar und deutlich Sachen erklärt, die man vorher nie verstanden hat, dann macht das genauso viel Spaß, als wenn ein emotionalerer Text die Menschen zum Lachen oder Weinen bringt. Manchmal bekommt man genau solche Rückmeldungen von Lesern, und das ist das beste Kompliment, das ich mir vorstellen kann.

Aktuell ist Ihr erstes Buch mit dem Titel „HundKatzeGraus“ erschienen. Worum geht es in dem Buch genau und wer hat alles an diesem Werk mitgewirkt?

HundKatzeGraus ist eine Sammlung der lustigsten, haarsträubendsten und bizarrsten Erlebnisse aus dem Alltag einer Tierarzthelferin. Alle Geschichten sind von eigenen Erfahrungen inspiriert. Das Buch handelt von fliegenden Hamstern und bergsteigenden Kaninchen, von Killer-Katzen im Mülleimer und vielen weiteren Geschichten aus der Tierarztpraxis. Vor allem aber handelt es von unglaublichen Begegnungen mit der Spezies Mensch, die den Job eigentlich erst so außergewöhnlich machen.
Illustriert wurde das Buch von Nicolas Kierse.

Wie lange haben Sie an Ihrem ersten Buch gearbeitet, und was war das für ein Gefühl als Sie ihr erstes Werk dann fertig in den Händen hielten?

Vom Sammeln der ersten Ideen bis zum fertig gedruckten Buch hat es etwa 9 Monate gedauert. Das erste Buch dann in den Händen zu halten, war komischerweise ziemlich unspektakulär. Viel aufregender war der Moment, in dem jemand das erste Buch bestellt hat! Mein Buch! Ein Wildfremder! Das war ein tolles Gefühl.

Der Tiermarkt ist ein aufstrebender Markt mit viel Innovationspotential. Spiegelt sich dieser Trend in der öffentlichen Wahrnehmung von HundKatzeGraus wider?

Meiner Meinung nach ist es vor allem der hohe Grad an Emotionalität, der den Tiermarkt so außergewöhnlich macht. Das sorgt dafür, dass viele Menschen sich nicht nur für alles interessieren, was mit Tieren zu tun hat, sondern auch besonders aktiv damit umgehen. Für HundKatzeGraus bedeutet das konkret, dass ich mich nicht nur über zahlreiche Leser, sondern auch über tolle Rückmeldungen freuen kann. Viele Menschen schreiben mir zum Beispiel ihre eigenen Erlebnisse zum Thema Tier und Tierarzt – das macht richtig Spaß!

Wo ist Ihr Buch überall erhältlich, und über welche Kanäle machen Sie auf Ihr Werk aufmerksam?

Mein Buch ist überall im Buchhandel und in den Online-Buchshops bestellbar. Sehr gerne und zu den gleichen Konditionen liefere ich auch direkt über www.hundkatzegraus.de.
Neben klassischer Pressearbeit nutze ich vor allem Facebook & Co., um auf mein Werk aufmerksam zu machen.

Als Buchautorin gehen Sie sicherlich mit einer anderen Wahrnehmung durchs Leben. Wie sieht das ganz genau aus? Haben Sie Ihren Schreibblock / Tablet immer Griffbereit zur Hand, oder sammeln Sie Ihre Ideen auf eine andere Art und Weise?

Die besten Ideen kommen mir eigentlich beim Autofahren oder unter der Dusche. Da habe ich dann natürlich kein Schreibgerät parat J. Aber es passiert tatsächlich, dass ich mir dann an der nächsten Raststätte eine Notiz auf dem Parkticket mache, damit ich den Einfall nicht wieder vergesse.
Insgesamt merke ich, dass ich aufmerksamer durchs Leben gehe. Wann immer ich etwas Außergewöhnliches oder Lustiges wahrnehme, stellt sich sofort die Frage, inwiefern ich das vielleicht noch verwenden kann. Aufgeschrieben werden meine Geschichten eigentlich dann immer erst, wenn sie im Kopf schon fertig sind.

Haben Sie Familie? Wie sieht Ihr Arbeitsalltag als Buchautorin aus?

Ich habe einen Lebensgefährten und zwei Katzen. Da ich neben meiner Autorentätigkeit auch noch in einer Text- und PR-Agentur angestellt bin, bin ich in der Regel den ganzen Tag unterwegs und finde erst abends und am Wochenende Zeit zum Schreiben.

Sie arbeiten bereits an Ihrem zweiten Werk. Können Sie schon ein bisschen aus der Autorenschmiede berichten und uns einen kleinen Einblick gewähren?

Ich arbeite im Moment an der Fortsetzung von HundKatzeGraus, denn es gibt noch viele Geschichten, die geschrieben werden wollen. Diesmal habe ich zusätzlich alle Tierärzte und Praxisteams zum Mitmachen aufgerufen: Wer eine Anekdote aus seinem Praxisalltag beisteuern möchte, ist herzlich willkommen, sie mir in Stichworten per Mail zu schreiben oder am Telefon zu erzählen. Das Ausformulieren (und Ausschmücken J) übernehme ich dann. Natürlich gibt’s auch was zu gewinnen…

Beruht der Inhalt Ihrer Arbeit auf wahren Geschichten oder fließt viel Phantasie in Ihre Bücher mit ein?

Beides. Die Realität inspiriert, die Phantasie macht’s dann erst richtig lustig und lesenswert, würde ich sagen.

Bleiben Sie den Tiergeschichten treu, oder könnten Sie sich auch vorstellen sich in neue Themengebiete vorzuwagen?

Ich denke schon, dass mich die Tiergeschichten nie ganz loslassen werden. Aber es wird demnächst sicher auch noch andere Themen geben.

Haben Sie einen Lieblingsautor und finden Sie generell Zeit zum Lesen?

Wenn man beruflich den ganzen Tag schreibt, kommt das Lesen – besonders von anspruchsvollerer Literatur – manchmal etwas zu kurz. Zur Entspannung lese ich am liebsten Krimis, zum Beispiel von Elisabeth George.

Können Sie von Ihrer Arbeit als Buchautorin leben? Wie groß war Ihre erste Auflage?

Ich bin in der glücklichen Lage, nicht von meiner Arbeit als Autorin leben zu müssen. Dafür habe ich meinen Job als Texterin. Das bedeutet für mich, dass ich als Autorin einfach nur schreibe, wozu ich Lust habe. Wenn es sich dann verkauft, ist es super. Wenn nicht, kann ich trotzdem meine Miete zahlen.
Da ich mein Buch bei einem Book-on-Demand-Verlag veröffentlicht habe, gab es keine klassische „Erstauflage“: Gedruckt wird immer genau das, was bestellt wird.

Wie schätzen Sie als Tierphysiotherapeutin das Ansehen / den Status des Tierarztes in Deutschland ein?

Ich glaube, es gibt kaum einen zweiten Job, der menschlich und fachlich so anspruchsvoll ist und gleichzeitig so schlecht bezahlt wird. Und das, wo das Ansehen des Berufs meiner Erfahrung nach sehr hoch ist. Schließlich hat man oft ein sehr persönliches, vertrauensvolles Verhältnis zu den Menschen, die einem das Leben ihres besten Freundes anvertrauen.

Was ist Ihr Lieblingstier?

Ich war immer ein Hundemensch – bis meine Katzen Stevie und Kamikatze bei mir „gestrandet“ sind. Seitdem verstehe ich, was die Menschen an Katzen so lieben :).

 

Frau Peters, ich bedanke mich für Ihre Zeit und das sehr freundliche Interview.

Ihr Frederick van Elten